Steinkauzschutz

Der Steinkauz, ein etwa amselgroßer Vogel, lebt in offenen, mit Bäumen und Feldgehölzen durchsetzten Kulturlandschaften. Er ernährt sich von Mäusen, Käfern und Regenwürmern. Ab Mitte April beginnt das Brutgeschäft. Beide Elternteile ziehen meist 3 - 5 Jungvögel in geräumigen Bruthöhlen groß.

 

Die ständige Verringerung des Brutplatzangebotes aufgrund des Verschwindens alter Streuobstbestände in Rheinhessen ist ein wesentlicher Grund für den starken Rückgang des Steinkauzes, so dass die Art inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten als stark gefährdet aufgeführt ist. 

Übersichtskarte

Das Ergebnis 2018 ist ernüchternd.

28 Brutpaare wurden angetroffen, aber nur 20 waren erfolgreich. Bei 8 Brutpaaren wurde die Brut abgebrochen, die Eier verblieben in der Röhre. Bereits in den beiden Jahren zuvor wurden zahlreiche Bruten aufgegeben.

Die o.a. 28 Paare legten nur 117 Eier. Das ist kein gutes Ergebnis.

 (Rekordjahr 2015 176 Eier).

Nur 67 Jungvögel konnten beringt werden bzw. wurden flügge.
Die frei gebliebenen Röhren bezogen wie gewohnt Stare (25) und häufig Gartenschläfer (10, weiterhin mit zunehmender Tendenz). Vor allem bei der spätsommerlichen Kontrolle trafen wir auf zahlreiche Bienen und Wespen.
  Die Gelegegröße war mit 4,33 Eiern in Ordnung. Es gab zwei 6er-Gelege und ein 7er-Gelege.
 Das Jahr begann feucht und für die Steinkäuze zunächst zufriedenstellend. Nach meiner Einschätzung stellten die Steinkäuze nach der Eiablage fest, dass kaum Mäuse zur Verfügung standen und durch beginnende Trockenheit fielen auch Regenwürmer als Nahrung aus.

Auf Insekten konnten die Steinkäuze sodann nicht zurückgreifen, weil sich der andauernde Insektenrückgang in der freien Feldflur deutlich auf den Bruterfolg des Steinkauzes auswirkt. Im Siedlungsbereich sieht die Situation mitunter besser aus. Dort waren Steinkäuze gut genährt und pflückten sich Käfer.Der ein oder andere Beobachter stellt vermehrt Dohlen an den innerörtlichen Brutplätzen fest, die sich vor den Brutplätzen oder auf den Sitzgelegenheiten aufhalten. Diskutiert wird auch die Nahrungskonkurrenz durch Dohlen und Saatkrähen, die auf den Feldern Mäuse, Insekten und Regenwürmer suchen. Wo fast nichts mehr an Nahrung ist, wird es auch für den Steinkauz sehr schwer.
 12 beringte Altvögel konnten wir antreffen.
Die dargestellte Situation deckt sich mit Ergebnissen aus anderen Gebieten Rheinhessens.

 


Steinkauzergebnis 2018 NABU Worms

Horchheim (HOR)
Dauerhaft zwei Brutpaare in den beiden seit Jahren belegten Röhren der Betreuer Dieter Kern, Josef Denschlag und Thomas Müller. Die Röhre HOR 4 ist übrigens schon seit 13 Jahren belegt. 6 Jungvögel wurden flügge.
Wiesoppenheim (WIO)
Das eine angetroffene Paar brütete dieses Jahr nicht. Martin und Christian Keth betreuen die Röhren.
Heppenheim (HEP)
Es gab in dem von Herrn Termin betreuten Gebiet wieder 4 Bruten. 11 Junge verließen die Brutröhre, in einem Fall wurden bei der ersten Kontrolle am 05.05.18 ein auf den Eiern sitzender Steinkauz angetroffen, bei der zweiten Kontrolle am 31.05.2018 waren die Eier verlassen, am 14.06.2018 wurden die Eier und 6 junge Gartenschläfer angetroffen.
Dirmstein (DIR)
Vier Brutpaare sind in Dirmstein kein gutes Ergebnis. Noch schlechter ist die Ausbeute: Drei Paare gaben die Gelege auf. Es schlüpften letztlich aus 18 Eiern nur 2 Junge.
Monsheim (MON)
In Monsheim gab es nur ein Gelege mit 3 Eiern, aus denen alle Jungvögel ausflogen. Dieser von Rainer Schreiber betreute Standort ist übrigens seit 13 Jahren dauerhaft belegt.
Mölsheim (MÖL)
Drei Paare in Mölsheim trotz erweitertem Höhlenangebot im Gebiet von Ronald Knier ist noch nicht das Optimum. Allerdings liegt das Ergebnis über dem Schnitt im Vergleich zu anderen Gebieten. 15 Junge flogen aus. Bemerkenswert ist, dass MÖL 61 schon seit 18 Jahren mit ganz kurzer Unterbrechung belegt ist.
 Flörsheim / Gundheim (FLÖ)
Ein Brutpaar, ein Junges, das ist in dem fünf Röhren umfassenden Gebiet sehr wenig. Die Röhre FLÖ 71 ist seit 2001 mit wenigen Ausnahmen dauerhaft belegt.

Herrnsheim (HER)
In Herrnsheim bleibt es dauerhaft bei einem Paar, die sich mit 6 Jungen mächtig ins Zeug legten. Mehr ist aufgrund des geringen Höhlenangebotes nicht zu erwarten.
Bechtheim, Mettenheim (BE)
Vier Paare versuchten sich und legten 10 Eier. Heraus kamen 3 Junge, 3 Gelege wurden aufgegeben. Ein Grund ist nicht erkennbar. Friedhelm Neu in Bechtheim und Andrea Frohna in Mettenheim warten auf ein besseres Ergebnis.
Osthofen (OH) / Westhofen (WH)
Zwei Brutpaare mit zwei Gelegen und null Jungen! Danach zogen in einem Fall Gartenschläfer ein. Herr Eigenbrodt aus Westhofen ist enttäuscht.
RWE-Trasse
An der RWE-Trasse gab es vier Brutpaare. Das ist zwar im Durchschnitt, aber es könnten mehr sein. 19 Eier und 14 Junge sind aber im von Michael Lentes betreuten Gebiet ordentlich.   
Dittelsheim (DIT)
100 % Erfolg im Gebiet von Hubert Willems. Zwei Röhren, zwei Brutpaare: 6 Junge. Das ist gut. Gundersheim Höllenbrand (GUND)
Die 21 Röhren in den Gabionen und den drei Strommasten im Gundersheimer Höllenbrand sind weiterhin unbewohnt. Betreuer Daniel Steffen hofft dort auf die erste Brut.
Sonstige Brutpaare
Gundersheim Ortslage
Rund um die Ortslage hat Daniel Steffen 14 Niströhren angebracht. Dieses Jahr gab es 3 Brutpaare mit 9 Jungvögeln. Diese sind in die u.a. Statistik nicht eingeflossen.
Steinkäuze im Gimbsheimer Sand
Im "Gimbsheimer Sand" gab es dieses Jahr 3 Bruten mit 13 Jungen im von Peter Bretzer betreuten Gebiet.
Osthofen
Im Garten von Herrn Döring schlüpften 5 Junge.

 


Erfolgreiche Brutpaare

2018: 20
2017: 22
2016: 37

2015: 30
2014: 23
2013: 26
2012: 31
2011: 20
2010: 20

 

2009: 30

2008: 40

2007: 31
2006: 19
2005: 16
2004: 13
2003: 10
2002:   8

Jungvögel beringt

 2018: 67
2017: 62
2016:103

2015: 141
2014: 117
2013: 57
2012: 122
2011: 89

 

2010: 59
2009: 66

2008: 68
2007: 125
2006: 60
2005: 68
2004: 36

 


Erfolgreiche Paare: 71%
 
Bruterfolg pro BP) 2,57

Bruterfolg pro erfolgr. Brut: 3,60

Anzahl Röhren: 101