Mittelhahntal Worms - Frischluftschneise und Erholungsgebiet

Wieder einmal geht es in Worms um die Ausweisung eines möglichst großflächigen Gewerbegebietes. Es geht um eine Größe von 30 bis sogar 42 ha - bei Einbezug der drittgrößten zusammenhängenden Waldfläche vonWorms. Das Mittelhahntal genannte Gebiet ist geprägt durch kleinteilige Ackerflächen, einem Wald mit Baum- und dichten Buschbestand sowie eine Kleingartenkolonie. Es grenzt direkt im Südwesten an unsere Innenstadt, im Norden an die B47 und im Süden an das Renolit-Gelände an.

Begründet wird die Neuausweisung durch das immer wieder vorgebrachte Argument, dass die Stadt keine Flächen mehr hat, um kleinteiliges Gewerbe anzusiedeln. Gleichzeitig beobachten wir aber, dass eine großflächige Lagerhalle nach der anderen freigegeben und gebaut wird. Seit Jahrzehnten finden sich unbebaute, aufgegebene Gewerbe und Handelsflächen am Rande der Innenstadt. Eine nachhaltige Nutzung noch vorhandenen Flächen sieht aus unserer Sicht aber anders aus.

 


Alle drei Umweltschutzverbände Nabu, BUND und Pollichia setzen sich dafür ein, dass nicht wieder eine wichtige stadtnahe Fläche der Erweiterung von Logistikunternehmen oder ähnlicher Gewerbebetriebe geopfert wird. Dem Mittelhahntal wurde laut dem Klimakonzept der Stadt als Luftleitbahn der Stufe I eine wesentliche Rolle bei der Senkung der Temperatur in den überwärmten Innenstadtbereiche zugewiesen. Luftleitbahnen leiten die imWesten entstandene Kaltluft in die vom Hitzestau betroffenen Innenstadtbereiche ab. Dies gilt insbesondere für austauscharmeWetterlagen, an denen keinWind für Frischluft in der Innenstadt Worms sorgt.

Laut der Homepage der Stadt Worms hat sich seit 1961-1990 die durchschnittliche Anzahl der Hitzetage mit Temperaturen von mehr als 30°C von 10 auf 31 Tagen im Zeitraum 2009-2018 erhöht. Das ist mehr als eine Verdreifachung der gemessenen Hitzetage in der Innenstadt-Messstation Hagenstrasse und zeigt, wie wichtig es ist, sich auch lokal um das Klima zu kümmern.

Aber auch die guten Böden für die Landwirtschaft, die vielfältige Kleingartenstruktur, das für die Tier und Pflanzenwelt wichtige Waldgebiet sowie die Nutzung als stadtnahes Gebiet für Spaziergänger sollten für uns Anlass sein das Gebiet zu erhalten.

Ende 2021 haben wir eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die aktiv für den Erhalt dieses Gebietes eintritt. Als erste Maßnahmen wurden Schreiben im Namen der Verbände an die verantwortlichen Regionalplanungsverbände gesendet und Gespräche mit den Parteien aufgenommen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön stellvertretend für die gesamte Arbeitsgruppe an Hilmar Kienzl, der sehr sachorientiert die bisherigen Aktivitäten vorangetrieben hat.