Aus aktuellem Anlass
In Rheinhessen und an der Nahe wurden nach Auskunft der Veterinärämter bereits mehrere tote Kraniche gefunden, die an Vogelgrippe H5N1 verendet sind. In den nächsten Tagen ist damit zu rechnen, dass der Wind dreht und die Vögel wieder verstärkt ziehen. Das wird wahrscheinlich zu zahlreichen weiteren Funden von kranken oder toten Vögeln führen.
Bei Funden von erkrankten oder toten Kranichen und anderen Wasservögeln sollte daher das jeweilige Kreisveterinäramt und das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde benachrichtigt werden, die sich um die fachgerechte Behandlung und Entsorgung kümmern sollen.
Zurzeit, kranke oder verletzte Tiere nicht zu beunruhigen und einfach sitzen zu lassen - so schwer das auch fallen mag. Einem an der Vogelgrippe erkrankten Vogel ist leider nicht mehr zu helfen. Auch nicht erkrankt wirkende, aber verletzte Vögel, können das Virus in sich tragen und es ausscheiden. Werden sie aufgescheucht, können vor allem gesellig lebende Arten das Virus in bisher gesunde Bestände eintragen. Zudem besteht die Gefahr, dass man durch Kontakt mit den Tieren oder ihren Ausscheidungen ungewollt zur Verbreitung des Virus beiträgt.
Auch die Wildvogelstationen können und dürfen zurzeit keine Patienten aufnehmen - Wildvogelstationen haben meist keinen Platz für eine Isolierstation, die im Fall der Fälle auch schnell überfüllt wäre. Daher ist die Gefahr der Ansteckung vorhandener Pfleglinge einfach zu groß. Ist die Vogelgrippe einmal bei einer Station aufgetreten, müssen alle Pfleglinge getötet werden. Dazu gibt es eine mehrwöchige Quarantäne und es muss sehr aufwändig alles desinfiziert werden, bevor das Veterinäramt den Stationsbetrieb wieder erlaubt. Kann die Desinfektion nicht gewährleistet werden, droht im schlimmsten Fall die dauerhafte Schließung der Station.
Auch die meisten Tierärzte nehmen wegen der Vogelgrippe zurzeit keine Wildvögel als Patienten an. Einen Schnelltest gibt es nicht, weshalb Tierärzte auch nicht sicher feststellen können, ob ein Vogel infiziert ist. Die einzige sichere Nachweismethode ist die Untersuchung im Landesuntersuchungsamt in Koblenz, die erst nach mehreren Tagen ein Ergebnis bringt.
Uns bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass die Epidemie schnell vorbei geht.