Steinkauzschutz

Der Steinkauz, ein etwa amselgroßer Vogel, lebt in offenen, mit Bäumen und Feldgehölzen durchsetzten Kulturlandschaften. Er ernährt sich von Mäusen, Käfern und Regenwürmern. Ab Mitte April beginnt das Brutgeschäft. Beide Elternteile ziehen meist 3 - 5 Jungvögel in geräumigen Bruthöhlen groß.

 

Die ständige Verringerung des Brutplatzangebotes aufgrund des Verschwindens alter Streuobstbestände in Rheinhessen ist ein wesentlicher Grund für den starken Rückgang des Steinkauzes, so dass die Art inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten als stark gefährdet aufgeführt ist. 

Übersichtskarte

2016 Das zweitbeste jemals erzielte Ergebnis

Nach den zahlreichen Vorkontrollen und Beringungen mussten die vielen Daten ausgewertet und in Tabellen eingetragen werden. Das ist nun geschehen und wir haben ein Ergebnis vorliegen.

Was die Zahl der Brutpaare angeht, konnten wir das zweitbeste jemals erzielte Ergebnis aus 2015 (32 Paare) noch einmal steigern und haben nun 37 Brutpaare (im Rekordjahr 2008 gab es 40 Paare). Allerdings waren davon 8 Paare nicht erfolgreich.

 

 

Die 37 Paare legten 163 Eier. Das ist das zweitbeste jemals erzielte Ergebnis und liegt nur knapp unter dem Rekordjahr 2015 (176 Eier).

 

 

 

103 Jungvögel konnte beringt werden. Das ist im Vergleich zu den bisherigen Ergebnissen ein ordentlicher Wert. Allerdings schlüpften aus 163 Eiern nur 103 Jungvögel, es blieben also 60 Eier unbebrütet oder es wurden die Gelege aufgegeben. Das ist eine erschreckend hohe Zahl, für die ich momentan noch keine Erklärung liefern kann.

 

Die frei gebliebenen Röhren bezogen wie gewohnt Stare oder Gartenschläfer. Allerdings stelle ich seit Jahren einen deutlichen Rückgang der Belegung durch Stare fest.

 

 

 

Erneut gab es 7er-Gelege, diesmal 2 Stück, jeweils eines in Heppenheim und eines in Mölsheim. Dort konnten auch 7 Jungvögel beringt werden, während in Heppenheim nur 4 Jungvögel flügge wurden. 

 

 

 

31 beringte Altvögel konnten  wir antreffen. Das ist absoluter Rekord. 

 


Steinkauzergebnis 2016 NABU Worms

 Horchheim (HOR)

 Leider wieder nur zwei Brutpaare in den Röhren der Betreuer Dieter Kern, Josef Denschlag und Thomas Müller. Nur 2 Jungvögel wurden flügge.

 

Wiesoppenheim (WIO)

 Eine Brut mit 3 Jungvögeln in den von Martin und Christian Keth betreuten Röhren ist mehr als nichts.

 

Heppenheim (HEP)

Sechs Gelege sind Rekord. Herr Termin hat das Röhrenangebot auch ausgedehnt und stieß auf eine durch Unbekannt angebrachte Röhre, die auch belegt war. Leider flogen nur in vier Fällen Jungvögel aus.

 

Dirmstein (DIR)

Sechs Brutpaare sind in Dirmstein erneut ein sehr gutes Ergebnis. Zwei Paare waren leider nicht erfolgreich. Es flogen nur 12 Junge aus.

 

Monsheim (MON)

Zwei Paare in Monsheim mit sechs ausgeflogenen Jungen bei 12 Eiern deutet an, wie gering letztlich die Ausbeute war.

 

Mölsheim (MÖL)

Vier Paare in Mölsheim ist ganz ordentlich. 16 Junge flogen aus. Das eine 7er-Gelege war die Überraschung für Ronald Knier. Ein Team betreut weitere Röhren im benachbarten Zell und Einselthum, wo es zwei weitere Gelege gab.

 

Flörsheim / Gundheim (FLÖ)

Drei Paare sind statistisch betrachtet Rekord. Allerdings flogen bei 15 Eiern nur 5 Junge aus. Endlich wurde eine der 2008 gehängten Röhren angenommen. Das erste Brutpaar! Und noch dazu auf dem Gartengrundstück von Rainer Schreiber! Er konnt von seinem Haus aus die Steinkäuze beobachten.

Herrnsheim (HER)

In Herrnsheim wieder nur ein Paar im Gebiet von Beringer Klaus Rupprecht und Herrn Sauder. Mehr ist leider nicht zu erwarten.

 

Bechtheim, Mettenheim (BE)

Vier Paare mit 16 Jungen sind ein sehr ordentliches Ergebnis. Friedhelm Neu in Bechtheim wartet auf weitere Brutpaare, während Andrea Frohna in Mettenheim  zufrieden sein kann.

 

Osthofen (OH) / Westhofen (WH)

Drei Brutpaare mit leider nur fünf Jungen ist letztlich wenig. Herr Eigenbrodt, in Westhofen aktiv, hat aber endlich ein Brutpaar an der Stromtrasse! Dafür werden wir wohl den Standort am Juliusturm in Westhofen aufgeben müssen.

 

RWE-Trasse

An der RWE-Trasse gab es im "alten" Abschnitt von Michael Lentes drei Brutpaare, was recht wenig ist. Dort flogen aber 15 Junge aus, was im Vergleich zu den Ergebnissen in den anderen Gebieten sehr viel ist. Im von Klaus Sauder neu entwickelten Röhrentyp hat sich erneut ein Paar wohlgefühlt.

 

Dittelsheim (DIT)

In der von Hubert Willems betreuten Röhre gab es erneut eine Brut, diesmal mit fünf Jungen.

 

Gundersheim (GUND)

Die Röhren in den Gabionen und den drei Strommasten im Gundersheimer Höllenbrand sind noch unbewohnt geblieben. Doch Daniel Steffen konnte in einer weiteren Gundersheimer Röhre sechs Jungvögel feststellen. Das lässt hoffen.

 


Erfolgreiche Brutpaare
2016: 37

2015: 30
2014: 23
2013: 26
2012: 31
2011: 20
2010: 20
2009: 30

gesamt:

2008: 40

2007: 31
2006: 19
2005: 16
2004: 13
2003: 10
2002:   8

Jungvögel beringt

 

2016:103

2015: 141
2014: 117
2013: 57
2012: 122
2011: 89
2010: 59
2009: 66

 

 

2008: 68
2007: 125
2006: 60
2005: 68
2004: 36

 


Sonstige Brutpaare

 

Da gab es diesmal einige Überraschungen:

 

 

Privater Nussbaum in Osthofen

 

Herr Döring hatte sich mal vor vielen Jahren eine Steinkauzröhre beim NABU besorgt und im Bereich der Lorchsmühle in seinem Garten in einem großen Nussbaum angebracht. Jahrelang sah er von der Hängematte aus Stare in und aus der Röhre fliegen. Dieses Jahr schaute der Steinkauz aus der Behausung! Sechs Junge konnten beringt werden.

 

Nussbaum und Gebäudebrut in Monzernheim

 

Nachdem regelmäßig Steinkäuze am Gebälk eines Hauses in Monzernheim gebrütet hatten und die Jungen teilweise beim Sturz aus der großen Höhe verstarben, gab es nun endlich eine erfolgreiche Brut.

Vermutlich wurden die mindestens vier ausgeflogenen Jungen in einer vor Jahren angebrachten Steinkauzröhre groß. Diese wurde extra für das Paar in einem Kirschbaum angebracht, die jedoch bis letztes Jahr weiter im für den Menschen unzugänglichen Gebälk brüteten.

 

 

Steinkäuze in Wiedehopfkästen im Gimbsheimer Sand

 

Im "Gimbsheimer Sand" hatte Peter Bretzer rund 15 Steinkauzröhren  und ca. 7 Wiedehopfkästen angebracht. Statt die Steinkauzröhren anzunehmen, brüteten vier Steinkauzpaare in den rechteckigen Wiedehopfkästen. Bemerkenswert ist, dass in die Wiedehopfkästen von den Anbringern kein Material eingebracht wurde. Die Steinkäuze haben quasi auf dem nackten Holzboden begonnen.