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Friedhöfe sind weitaus mehr als stumme Totenstätten. Sie sind
Orte der Ruhe, der Besinnlichkeit und des Friedens - und stecken dennoch
voller Leben. Schon allein aufgrund ihrer Eigenschaften als eingefriedete
und begrünte Bereiche werden Friedhöfe auch zum wertvollen Lebensraum
für Pflanzen und Tiere. Sie bieten obendrein dem Besucher eine Möglichkeit
zum alltäglichen Kontakt mit der Natur.
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Naturschutz auf dem Wormser Hauptfriedhof ist zunächst ein recht ungewöhnlicher
Gedanke, doch mit seinem kleinräumigen, eng verzahnten Mosaik aus unterschiedlichen
Lebensräumen stellt dieser Friedhof einen Sonderstandort dar. Neben
niedrig wachsenden Grabpflanzen, Rasen- und Wiesenflächen ist besonders
der reiche Strauch- und Baumbestand mit vielen alten Exemplaren hervorzuheben.
Offener Rohboden, Efeugräber, alte Mauern, Kompost- und Reisighaufen
bilden mannigfaltige Kleinstbiotope.
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Mehr als 35 Vogelarten brüten hier, darunter charakteristische Waldvogelarten.
Doch der gute Schein trügt.
Der NABU Worms hat sich intensiv mit der Ökologie auf dem Hauptfriedhof
Hochheimer Höhe beschäftigt und dabei einige für den Laien
nicht sofort ersichtliche Veränderungen erkannt: |
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Zahlreiche dichte Streifen aus Gehölzen, sind in den letzten Jahren verstärkt
gerodet worden. Der NABU kritisiert nicht die notwendige
Pflege oder Verjüngung von Gehölzbeständen. Wir kritisieren
die Absicht, durch Gehölzrodungen "durchsichtige" Quartiere
zu schaffen. Transparente Quartiere bieten den Trauernden aber keinen Rückzugsraum
in seine private Sphäre. Wer will am Grab schon von allen anderen beobachtet
werden? |
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Auch die auf dem Hauptfriedhof lebenden Vögel brauchen einheimische Laubgehölze
insbesondere zum Brüten und vor allem im Winter zur Nahrungssuche.
Wer freut sich nicht an einem Rotkehlchen im Geäst oder einem singenden
Zaunkönig im Unterholz? Die Nachtigall ist auch ein typisches Beispiel.
Da sie auf dichtes Gehölz angewiesen ist, fehlt sie auf dem Hauptfriedhof
als Brutvogel. |
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Leider sind insbesondere im Bereich der Friedhofserweiterung vermehrt Nadelgehölze statt heimischer, standorttypischer Sträucher angepflanzt worden. Dadurch fehlt es an artgerechtem Lebensraum und Nahrung, die vor allem Nadelgehölze
nicht bieten können. Auch Grabplatten sind nicht nur optisch fragwürdig, sie entziehen der Natur ein weiteres Stück Fläche. |
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Nicht überall muss der Rasen kurz gemäht sein. Wo immer
es möglich ist und mit der Friedhofskultur in Einklang gebracht
werden kann, sollten sich Wildblumenwiesen entwickeln können,
die nur ein- oder zweimal jährlich gemäht werden.
Die zunehmende Versiegelung sollte gestoppt werden, wo immer das möglich
ist. Erd- oder Graswege, sowie solche mit Sand, Schotter oder Rindenmulch
ausgestattete, sind denen aus Asphalt vorzuziehen. |
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Auf den beiden letzten Bildern ist die Fläche der Friehofserweiterung zu sehen. Viel Stein und Rasen, wenig Natur. Mit dem Waldfriedhofcharakter haben diese Friedhofsareale nur wenig gemeinsam.
Mal ehrlich, wollen Sie hier begraben sein?
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