
Am 10.
Juni überreichte die rheinland-pfälzische
Umweltministerin Ulrike Höfken zusammen mit dem
NABU-Vorsitzenden Siegfried Schuch dem
Umweltdezernenten der Stadt Worms, Hans-Joachim
Kosubek, neben einer Urkunde auch die Plakette
"Fledermäuse Willkommen!".
Im Rahmen der feierlichen Ehrung vor dem Wormser Dom
wurde die Aktionsplakette auch an den Dom selbst, die
kath. Kirche St. Peter in Worms-Herrnsheim, den Wormser
Tiergarten und die Westend Realschule verliehen. Denn
in Worms sind Fledermäuse vielerorts willkommen.

Wahrscheinlich
ist aber nur wenigen Wormser Bürgern bekannt, dass sich
in der Stadt einige der geheimnisvollen Fledertiere
tummeln.
Für ihr Wohlergehen mitten in der Stadt wird in Worms
aber auch einiges getan.
So wurde den Grauen Langohren, die im Dachboden der
Westend-Realschule leben, beim Ausbau des
Dachgeschosses ein großer Teil des Dachraumes
zugesprochen. Sie können also dort weiterhin ungestört
ihre Jungen aufziehen.
Außerdem wurden im Tiergarten neue Fledermausdomizile
geschaffen und durch die Freilegung alter Schutzbunker
hat die Stadt Worms den Fledermäusen der Stadt neue
Winterquartiere eröffnet.

Die kath. Kirche St. Peter in Worms-Herrnsheim verzichtet ab 22
Uhr auf die Kirchenbeleuchtung, damit die lichtscheuen
Großen Mausohren ihr Quartier im Dachboden verlassen
können, um zur nächtlichen Insektenjagd
aufzubrechen.
Im Dach des Wormser Doms dürfen nicht nur Fledermäuse
ungestört den Sommer verbringen. Hier brüten zudem
Wanderfalken und Mauersegler, weshalb die Gemeinde
bereits im Jahr 2009 mit der Auszeichnung Lebensraum
Kirchturm" bedacht wurde.

Sowohl die Stadt Worms, als auch die
Kirchengemeinden haben ihre besondere Verantwortung für
die seltenen Fledermäuse erkannt und leisten durch den
Erhalt ihrer Quartiere einen unermesslich wichtigen
Beitrag zu ihrem Schutz.
Doch ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und
Fledermaus ist nicht selbstverständlich und so setzt
sich der Fledermausschützer Hans König (AK
Fledermausschutz) schon seit Jahren ehrenamtlich für
den Erhalt der Fledermausquartiere ein. Durch seine
Arbeit konnte er schon viel Akzeptanz für die
heimlichen Mitbewohner schaffen und viele Quartiere
schützen.

Ohne die
gute Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde
der Stadt Worms wären jedoch viele Maßnahmen, die zum
Schutz der Fledermäuse in der Stadt durchgeführt
wurden, nicht möglich gewesen. Zudem macht sich auch
der NABU Worms für den Schutz der seltenen Flugsäuger
stark.
Wie das Beispiel in Worms zeigt, suchen Fledermäuse
nicht nur im ländlichen Raum nach einer Unterkunft.
Viele von ihnen leben auch in Städten und sind darauf
angewiesen in Kirchen, aber auch an normalen
Wohnhäusern, eine Bleibe zu finden", so Cosima
Lindemann, Leiterin des Projekts Fledermäuse
Willkommen!".

Fledermäuse brauchen sommers wie winters die
unterschiedlichsten Quartiere, in denen sie leben
können. Gerade an Häusern werden sie aber aufgrund
ihrer versteckten Lebensweise häufig nicht bemerkt und
finden bei Renovierungsarbeiten den Tod", so Lindemann
weiter. Menschen, die Fledermäusen dauerhaft ein
sicheres Zuhause geben oder auch ein neues Quartier für
die Tiere schaffen, leisten also einen unermesslich
wertvollen Beitrag zum Schutz dieser vom Aussterben
bedrohten Insektenfresser.
Dieses besondere Engagement für den Fledermausschutz
ehrt der NABU landesweit mit der Plakette Fledermäuse
Willkommen!". Daher sind alle Fledermausfreunde dazu
aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen und sich
um die Auszeichnung Fledermäuse Willkommen!" zu
bewerben.
Informationen zum Projekt und zu den
Teilnahmemöglichkeiten gibt es bei:
Cosima Lindemann
NABU Rheinland-Pfalz
E-Mail: fledermaus@NABU-RLP.de
Tel.: 06131/140 39-29
Internet: www.fledermäuse-willkommen.de